Rückblick Sommerkonzert

Fotos: Dorothee Hauser

Ein wunderschöner sommerlicher Blumenstrauß schmückte die Bühne im großen Saal, auf der schon das Orchester der 4. Klasse Platz genommen hatte. Begrüßt wurden die erwartungsvollen Zuschauerinnen und Zuschauer von Herrn Waller, der mit leichten Worten von seinem heutigen Spaziergang erzählte, bei dem er vom „Lauschen auf das Tönen der Vögel“ berichtete, und wie dabei über allen anderen Stimmen das Lied der Lerche ertönte. Dies sei wie ein Gesang gewesen, der von oben auf die Erde herunterkomme. Solch ein Hörerlebnis wünsche er den Anwesenden ebenfalls heute Abend.
Und so war es dann auch: Wie Lerchenstimmen legten sich die Flötentöne über den Klang der vielfältigen Instrumente der beiden Unterstufenorchester. Vogelleichte Melodien erklangen und jede Stimme hatte ihren Platz. Anschließend erschien eine Trommelgruppe aus den Klassen 7 und 8 im T-Shirt der Waldorfschule Nürtingen. Ohne Dirigent, aufmerksam aufeinander achtend, spielten die Schülerinnen und Schüler traditionelle Rhythmen aus Afrika und ließen sich zwar einmal aus dem Takt, insgesamt aber nicht aus der Ruhe bringen. Sommerlich ging es mit dem Chor der Klasse 5 und Herrn Waller weiter. Dem Publikum wurde zunächst ein klanglicher Obstsalat präsentiert (Mango, Ananas, Banane). Es war auch bei den folgenden Liedern eine Freude nicht nur Mädchen, sondern auch Jungs zu erleben, die frei und unverkrampft mit schönen Stimmen singen. Das darauf folgende Gitarrenensemble der Klassen 7 und 8 spielte zusammen mit Herrn Waller besinnliche Stücke, die einen in die Stimmung einer lauen Sommernacht versetzten.
Anschließend sang der Chor der Klasse 8 unter der Leitung von Matei Constantin „Amazing grace“, wobei  vor allem der Solist und die drei Solistinnen durch ihren schönen Gesang beeindruckten. Das Orchester der 6. Klasse, begleitet von Herrn Constantin am Cello, verbreitete zunächst klassische Sommerstimmung. Beim spanischen Volkslied „Cielito Lindo“ ging es jedoch temperamentvoll zu. So musste der Dirigent zuweilen mit dem Bogen „drohen“, damit das „Ayayai Señorita“ auch zur rechten Zeit erklang. Den Abschluss vor der Pause bildete das Mittelstufenorchester der Klassen 7L und 8, das vier klassische Stücke von Mozart, Grieg und Schostakowitsch unter der Leitung von Frau Leuze gefühlvoll umsetzte. Überzeugend war auch die taktsichere Begleitung durch die Rhythmusinstrumente. Frisch gestärkt und erwartungsfroh ließen sich die Gäste nach der Pause durch die beschwingten Klezmerklänge des Oberstufenorchesters wieder aus dem Foyer in den großen Saal zurücklocken. Dort wurden sie von der Big Band der Waldorfschule in Empfang genommen. Die Musik war so mitreißend, dass es manchen schwer fiel, auf den Plätzen zu bleiben. Souverän geleitet wurde die Big Band vom Schüler Jakob Zaiser, der scheinbar mühelos gleichzeitig Trompete spielend und dirigierend die Band zur Höchstform führte. Das Publikum brach dann auch begeistert in spontanen Zwischenapplaus aus. Danach trug eine Gruppe aus dem Oberstufenchor a  capella ein Gloria vor (Satz: Kunzel). Zunächst nur aus tiefen Männerstimmen bestehend, wurde der Gesang bald durch hinzukommende Frauenstimmen zu einem bunten Klangstrauß erweitert. Das Oberstufenorchester unter der Leitung von Elias Götte riss – nach sorgfältiger Stimmung der Instrumente – das Publikum anschließend mit zwei perfekt vorgetragenen rhythmischen Stücken mit. Auch im weiteren Verlauf des Abends war das Orchester immer wieder dabei. Links und rechts vom Orchester stellte sich nun der Oberstufenchor auf. Jetzt zeigten die Schülerinnen und Schüler, was sie auf ihrer Orchesterfahrt mit ihren beiden Musiklehrern gelernt hatten. Matei Constantin verwirklichte sich den Traum, das im Radio gehörte und sehr berührende musikalische Arrangement „Polovetsan Dances“ mit Schülerinnen und Schülern nachzuspielen. Das nachfolgende „Italian Folk Festival“, jetzt wieder vom Oberstufenorchester alleine vorgetragen, begeisterte das Publikum so sehr, dass es Schwierigkeiten hatte sich mit dem Beifall bis um Ende zurückzuhalten und nicht schon in den künstlerischen Pausen zu applaudieren. Da es erfreulicherweise seit diesem Schuljahr wieder Musikunterricht in der 12. Klasse gibt, konnte der Musikkurs mit dem Lied „Das fremde Wesen“ einen tollen Akzent setzen. Hier ging es um Mann und Frau, die scheinbar von verschiedenen Planeten kommen. Die Darbietung kam nah an das Original von den „Wise Guys“ heran. Selbst die durch Stimmen imitierte Begleitung inklusive Schlagzeug gelang den Zwölftklässlern überzeugend! Die Bühne wurde nun noch voller: zu Oberstufenchor und Oberstufenorchester kamen nun auch Sänger und Sängerinnen aus der Mittelstufe dazu, die Darbietung der 500 Jahre alte Melodie aus Portugal, die im Song „Conquest of Paradise“ erklingt, gelang kraft- und gefühlvoll. Den fulminanten Abschluss des Sommerkonzerts machte ein Aufgebot aus Sängerinnen und Sängern der Mittel- und Oberstufe mit Jakob Zaiser am Flügel in ihrer Mitte. Der Chor gab noch einmal alles und sang voll Inbrunst „Every time we say good bye“.

Das Publikum war begeistert, und rauschender Applaus  ertönte. Die Lehrerinnen und Lehrer konnten sich über wohlverdiente Sommerblumensträuße freuen, und es dauerte eine ganze Weile bis sich zwei Schüler der Oberstufe Gehör verschaffen konnten um den mitwirkenden Lehrerinnen und Lehrern, insbesondere für die Orchesterfahrt, zu danken. Elias Götte bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern für die tolle Mitarbeit und die entspannte Atmosphäre und Matei Constantin rief dem Publikum zu „Ihr habt tolle Kinder“. „Und sie haben tolle Lehrer“ hätte man gerne geantwortet, denn in manch einem der Zuschauenden mag der Wunsch aufgestiegen sein: Noch einmal Schüler oder Schülerin zu sein und solch einen Musikunterricht zu genießen.

Andrea Widmann-Ruben

 

25.Jun.2015 12:05 Alter: 4 Jahre