Feste im Herbst und Winter

Michaeli („Der Kämpfer“)

Den großen Kreis der Jahresfeste beginnen wir im Kindergarten mit dem Michaelifest am 29. September. Es liegt wenige Tage nach der Tag- und Nachtgleiche, die Dunkelheit beginnt über das Tageslicht zu herrschen, das Sonnenlicht und die Sonnenwärme weicht in großen Schritten den dunkelnden Abendstunden. Wir Menschen beginnen das Licht in uns selbst zu suchen. Zur Vorbereitung des Michaelifestes werden in den Gruppen rote Äpfel poliert und Kronenäpfel geschnitten. Den Beginn des Festtages feiert jede Gruppe innerhalb der eigenen Räume. Im Laufe des Vormittages treffen sich dann die Kinder und ErzieherInnen im Foyer des Kindergartens zum gemeinsamen Anstimmen der Michaelilieder. Ein Ritterspiel, das Erklingen lassen von Eisenstäben oder auch einiger Geschichten und ein Puppenspiel vom mutigen Ritter der die Prinzessin vom Drachen erlöst runden den Festtag ab.

Erntefest, Kartoffelfeuer

Dicht darauf folgt schon das Erntefest. Es ist der Sonntag nach Michaeli. Da unser Kindergarten direkt an den Kornfeldern liegt und Obstbaumwiesen an unser Gelände grenzen, erleben die Kinder hier die Erntezeit ganz hautnah mit. Im Kindergarten ist das Erntefest ein Dankesfest, das wir mit den Kindern am Vormittag gruppenintern feiern. Jedes Kind darf ein kleines Körbchen gefüllt mit Obst und Gemüse mitbringen und dieses auf den vorbereiteten Erntetisch stellen. Im Laufe der Woche wird davon Erntesuppe gekocht und vielerlei verzehrt. Zum Abschluss der Erntezeit findet an einem Vormittag das Kartoffelfeuer statt. Garten- und Holzreste werden verbrannt und unsere großen Laubberge laden zu Blätter und Kreisspielen ein. Die Kinder aller Gruppen setzen sich gemeinsam um die Feuerstelle des Kindergartens und verzehren Kartoffeln mit etwas Butter und Kräutersalz nebst frischem Gemüse und Apfelschnitzen. An diesem Tag sollten die Kinder ihre gefüllte Trinkflasche und die Sitzunterlage mitbringen. Zu Beginn der Woche bringen die Kinder auch ca. 2 Kartoffeln mit. Diese werden von den ErzieherInnen vorgekocht und können dann beim heruntergebrannten Kartoffelfeuer in Alufolie eingewickelt knusprig gebraten werden. Für Brennholzspenden ist der Kindergarten sehr dankbar.

Sankt Martin („Der Beschützer“), Laternenfest

Im November ist es dann endlich soweit, das erste Fest wird gemeinsam mit allen Eltern gefeiert. Das Laternelaufen wird in jeder Gruppe etwas anders gehandhabt. Die Laternen werden vorab während der Kindergartenzeit von den Kindern liebevoll hergestellt und evtl. an einem separaten Elternabend von den Eltern vollendet. Die Laternenlieder können in der Woche vor dem Laternenumzug ab 11:50 Uhr in jeder Gruppe mitgesungen werden. Außerdem entstand in den letzten Jahren ein Elternchor, der nun zu bestimmten Terminen vor dem Abholen der Kinder die Lieder übt. Ob im Wald beim Hirtenbüblein oder auf dem Feld mit dem St. Martin zu Pferd, oder beim Martinswecken-Essen um die Lichterburg in der Kleinkindgruppe – in jeder Gruppe sind alle Kinder, Geschwister und Eltern zum Laternenfest herzlich willkommen.

Advent, Sankt Nikolaus („Der Weise“)

In der Jahreszeit, in der es immer kälter wird und der erste Frost kommt, hat sich unser Kindergartenleben schon immer mehr hinein ins Haus, in die Wärme verlegt. Mit diesem Naturprozess spiegelt sich unsere Seelenhaltung wieder. In der Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest, in der Adventszeit, üben wir uns im Hineinhören und Hinlauschen, um uns auf das Wesentliche besinnen zu können.

Am 1. Advent stimmen wir uns im Kindergarten mit dem Feiern des Adventgärtleins auf die Adventszeit ein. Das Adventsgärtlein gibt den Kindern einen Vorblick auf das Weihnachtsgeschehen. Wir gehen auf das Weihnachts-Christus-Licht zu, entzünden unser Licht daran und tragen es hinaus in die Dunkelheit. Jedes Kind trägt dazu bei, dass es immer strahlender um uns herum wird. Aus Tannenreisig und Moos ist auf dem Boden eine große Spirale gelegt; im Innern der Spirale leuchtet ein Kerzenlicht. Jedes Kind darf in die Spirale hineingehen und sein Apfellicht an der großen Kerze entzünden. Dazu singen wir gemeinsam Adventslieder die als Noten vorab zum Üben verteilt werden.

Das Fest des Adventsgärtleins feiern wir gerne mit den Eltern, damit die Stimmung dieses Festes bis in die Elternhäuser hinein leuchten kann. Ein Abend mit der Adventsspirale nur für Eltern und Erwachsene hat uns in manchem Jahr bereichert. Auch wird durch die auf dem Jahreszeitentisch allmählich entstehende Krippe – jeder Tag bringt eine Veränderung: ein Schäflein, ein Hirte – mit dem Einzug von Maria und Josef die Zeit der Vorfreude und des Erwartens gelebt. Am 6. Dezember kommt Sankt Nikolaus zu uns in den Kindergarten, der uns als dritter Heiliger nach Sankt Michael und Sankt Martin auf die Weihnachtszeit vorbereiten möchte. Sankt Nikolaus besucht uns in seinem Bischofsgewand. Als Himmelsbote erzählt er den Kindern von der Mutter Maria, die für das Christkind ein Kleid weben will. Das Kleid wird aus den Strahlen der Sterne und aus den goldenen „Herzensfäden“, die durch die Liebe in den Menschenherzen entstehen, gewoben. Diese Liebe soll Sankt Nikolaus unter den Menschen suchen und der Mutter Maria bringen, damit es Weihnachten werden kann.

Weihnachten, Krippenspiel

Bis zum Weihnachtsfest hin wird das Weihnachtsgeschehen den Kindern durch das täglich gespielte Krippenspiel nahe gebracht und am letzen Kindergartentag eventuell in einer kleinen Feier den Eltern gezeigt. Nach dem Weihnachtsfest, das in den einzelnen Familien je nach häuslicher Tradition gefeiert wird, beginnen nach dem 24. Dezember die 13 heiligen Nächte, die einen Ruhezeitraum mit Kraftquellen für das neue Jahr bilden.

Dreikönigszeit, Dreikönigsspiel

Am 6. Januar, dem Dreikönigsfest, bringen die drei Heiligen Könige ihre Opfergaben dem Christuskind dar. Diese Opfergaben gelten als Symbole:

  • Gold für die Einsicht in das göttlich Geistige
  • Weihrauch für Opferdienst und menschliche Tugend
  • Myrrhe für die Verbindung der Menschenseele mit dem Ewigen und Unsterblichen

Dieses Geschehen spielen wir in unserem Dreikönigsspiel mit den Kindern und kommen so zum Ausklang und Abschluss der Weihnachtszeit.